Gestalttherapie

Gestalttherapie entstand in den vierziger Jahren von dem Psychiater Fritz Perls und seiner Frau der Psychologin Lore Perls 

Meine erste Begegnung mit der Gestalttherapie war 2011 ein Drei- Tage-Seminar mit den Ausbildungsleitern Deva Prem Kreidler-Roth und Dr. Rajan Roth. Meine Begeisterung war groß. Endlich hatte ich etwas gefunden, was dem Klienten wirklich weiter hilft.

Was ist eigentlich Gestalttherapie ? 

 „Gestalttherapie ist mehr und etwas anderes als die Summe ihrer Teile“ , sagte Lore Perls. Das kann ich in Worte kleiden und dennoch muss man es im „Jetzt“  erfahren.

Wenn es dem Therapeuten gelingt den Klienten mit seinem Thema im Hier und Jetzt zu halten, entsteht ein Raum, eine Leere in denen Zeit und Grenzen keine Rolle spielen. In dieser Leere entsteht etwas ganz individuelles, etwas nicht vorhersehbares. Beim Klienten steigen spürbare Gefühle, körperliche Empfindungen oder Spannungen in bestimmten Körperteilen auf. Aus dem Hintergrund entstehen imaginäre Bilder von einem Kind, Mutter oder Vater, es können sogar Botschaften von Verstorbenen auftauchen die noch nicht gehen konnten, weil noch etwas fehlte z.B. eine Verabschiedung oder ein klärendes Wort. Diese psychischen Erscheinungsformen sind offene Gestalten. 

Nachdem wir mit diesen Gestalten gearbeitet haben, waren viele Klienten in der Lage zu erfahren , wie sich ihr Herz öffnete und sie mit Frieden, Mitgefühl und Freude in Verbindung treten konnten. Nach einer Gestaltsitzung fühlen sich Klienten erleichtert, manche wie neu geboren und hoch motiviert. Wenn dem Therapeut dies gelingt ist die Gestalt geschlossen.  

Diese Qualitäten stellen sich dann ein, wenn wir nicht nach ihnen streben, sondern wenn sie ganz natürlich aus dem Bewusstseinszustand entstehen, den ich das SELBST nenne.  

Sich dem zuwenden, was ist …

Der Klient sollte bereit sein sich selbst zu erforschen, um sich neu kennen und wieder schätzen zu lernen. Dabei bestimmt der Klient das Tempo und das Thema womit er arbeiten möchte.  

Im geschützten Rahmen können ausgewogene Risiken durch aktives Experimentieren eingegangen werden, die das Selbsterleben, sprich die Ich-Grenze erweitern können. Aus dieser Erfahrung heraus geschieht Bewusstseinserweiterung auf verschiedenen Ebenen. 

Durch die eigene Erfahrung schafft sich der Klient ein Fundament, dass ihn im Leben hilft, Verantwortung für sich und sein Verhalten zu übernehmen. Der Klient hat die Wahl und die Freiheit sein Leben bewusster und leichter zu gestalten. Mit seinen Erkenntnissen lernt er standfest im Leben zu sein oder auch ganz neue Wege zu gehen. 

 

Ein Vers von Fitz Perls  …..

Ich bin nicht auf dieser Welt, um nach deinen Erwartungen zu leben, und du bist nicht auf dieser Welt, um nach den meinen zu leben.
Ich tu, was ich tu; und du tust, was du tust.
Du bist du, und ich bin ich,und wenn wir uns zufällig finden,  wunderbar. 
Wenn nicht, kann man auch nichts machen.

 

In meiner Arbeit mit Klienten ist mir wichtig:

Meine Fähigkeiten, uneingeschränkt wertschätzend und authentisch zum Wohle des Klienten einzubringen. Verständnisvolles Zuhören, bedingungsloses Akzeptieren und keine wertenden Ratschläge zu erteilen. 

Ich arbeite mit „Ich-Botschaften“, da es um die Rückmeldung, das eigene Erleben, Empfinden und um die eigenen Gefühle des Klienten geht. Durch einfühlsames Spiegeln teile ich dem Klienten mit, was ich an ihm wahrnehme und was ich an seinem Gesagten verstehe. 

Eine wichtige Rolle spielt für mich ein gutes Vertrauensverhältnis, damit im Dialog Missverständnisse geklärt werden können. Meine Arbeit mit dem Klienten richtet sich an dem Prinzip der klientenzentrierten Gesprächstherapie nach Carl Rogers (Video). 

Carl Rogers lebte von 1902 – 1987 in Kalifornien, er war ab 1939 Professor für Psychologie. Die Klientenzentrierte Gesprächsführung wird seit 1965 auch in Deutschland praktiziert. 

Rogers Theorie der Therapie fußt auf verschiedenen Teilkonzepten. Aktualisierungstendenz: jeder Mensch verfügt über Kräfte und Potenziale die ihn befähigen, eigene Probleme selbstständig lösen zu können und sich zu einer reifen, verantwortlich handelnden Person zu entwickeln; das menschliche Streben nach Weiterentwicklung ist eine angeborenen Verhaltensmotivation. 

Das Selbstkonzept: entwickelt sich durch die biografischen Erfahrungen insbesondere in den frühen Entwicklungsjahren; Menschen prägen auch Wunschvorstellungen des Selbst aus, die Rogers „Ideal-Selbst“ nennt.

Theorie der therapeutischen Bedingungen: Wertschätzung, emotionale Wärme, Kongruenz, Echtheit etc.

Theorie des therapeutischen Prozesses: Entwicklung der Beziehung; Nutzung der Beziehung für Veränderungsprozesse (Prof. Dr. Märle Poser)

Termine: 

Montag – Samstag 8.00 Uhr – 20.00 Uhr nach telefonischer Absprache möglich

 

Große Bedeutung hat für mich auch die Traumarbeit

Die Gestalttherapie betrachtet Träume als existenzielle Botschaft, die Identifikation mit Trauminhalten steht in der Arbeit mit Träumen im Mittelpunkt. Durch unsere Träume können wir erfahren, was uns im Leben fehlt. Wir können daraus erschließen, was wir zu tun und zu leben vermeiden. In der Traumarbeit können wir entfremdete Teile der Persönlichkeit assimilieren und uns wieder zu eigen machen.

Meiner Erfahrung nach sind auch hier spirituelle Ressourcen oft verfügbar und stellen einen wichtigen Teil der inneren Arbeit dar. Diese spirituellen Ressourcen oder geistigen Wegweiser können in vielfältiger Gestalt auftauchen und sie werden üblicherweise als lebendige Präsenz erlebt. Sie können die Form einer unbestimmten, abstrakten Präsenz  annehmen oder als Licht oder spezifischer als weise Wesen, eine Gestalt aus der Ahnenreihe auftauchen. Die Natur der geistigen Führung ist immer weise und liebevoll. Obwohl sie häufig zur Verfügung steht, wartet sie interessanter weise ab, bis sie zur Mitarbeit eingeladen wird. 

Der Psychiater Fritz Perls zeigt mit seinem Buch „Gestalttherapie in Aktion“ Fallbeispiele wie er mit Träumen arbeitet. Der Theologe Carl Gustav Jung  hat durch sein Buch „Träume, Gedanken und  Erinnerungen“ eine wissenschaftliche Arbeit mit dem Unterbewusstsein und den Träumen hinterlassen, die mich echt beeindruckt haben.

Die Träume werden nicht gedeutet, sondern sie werden im Hier und Jetzt gelebt – Bühne frei !

Jeder kennt das, wenn ich morgens aufwache und ich das Gefühl habe, dass die Nacht viel zu kurz war, habe ich schlecht geträumt. Manchmal erinnern wir uns an diesen Traum und manchmal nicht. Träume zeigen viele Szenarien ungeschminkt und oft chaotisch. Sie kommen aus dem Unterbewusstsein und werden durch Identifikation mit seinen Inhalten (Objekte,Personen,Tiere, Natur) lebendig und können so mit dem ganzen Wesen verstanden werden. Wichtige Träume wiederholen sich, sie kompensieren zum Teil Konflikte oder auch Wünsche die nicht gelebt werden.Träume können so therapeutisch genutzt werden, um unbewältigte Konflikte zu lösen und zu einem tieferen Verständnis der eigenen Person zu gelangen. Verloren gegangene Anteile (unterdrückte) werden integriert und Blockaden wie z.B. Ängste werden aufgelöst. 

In der Arbeit mit Kindern erlebte ich bisher ein leichtes Arbeiten. Kinder sind kreativ, haben Fantasie und sind frei von Bewertungen. Sie leben im „Jetzt“ und sind offen, ehrlich und sagen uns wenn sie Kummer oder Angst haben.

In einigen Fällen, konnte das Kind nicht einschlafen. Der eine hatte Angst von Spider-man, eine andere hatte Angst vor einem Feuerball und eine andere hatte Angst vor Gespenstern. In allen Fällen gelang es den Kindern sich in die Rolle der Gestalt zu versetzen. Die Angst wurde  spielerisch überwunden und das Einschlafen war wieder hergestellt. Diese Kinder waren zwischen 5-10 Jahre und die Arbeit mit Ihnen war in 45 Min. geschafft. Ich freue mich über diese Arbeit, weil es den Kindern sichtlich besser geht und in manchen Fällen den Haussegen wieder ins Lot bringt. Das macht mich glücklich.

Termine: Montag – Samstag 08.00 Uhr – 20:00 Uhr nach telefonischer Absprache möglich